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AkustikusneurinomDas Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor. Etwa 8 bis 10% aller raumfordernden Prozesse innerhalb des Schädels und 80 bis 90% aller Kleinhirnbrückenwinkeltumore erweisen sich histologisch als ein Akustikusneurinom. Es existieren mehrere Bezeichnungen für diese Geschwulst:
Der häufigste Ausdruck ist Akustikusneurinom. Da jedoch dieser Tumor gewöhnlich vom 8. Hirnnerv ausgeht, wäre der Begriff Oktavusneurinom eigentlich treffender. Noch passender wäre der Ausdruck Vestibularisneurinom, da die meisten dieser Geschwülste ihren Ausgang vom Gleichgewichtsnerven selbst haben. Der Tumor sitzt also zwischen dem Innenohr und dem Hirn, meist innerhalb des inneren Gehörgangs (intrameatal), teils außerhalb des inneren Gehörgangs, also dem Hirn anliegend (extrameatal). Die Symptome eines Erkrankten mit einem Akustikusneurinom hängen von der Größe des Tumors ab. Als Frühsymptome imponieren in der Regel nur Beschwerden von seiten des Nervus vestibulo-cochlearis (Hörverlust, Tinnitus und recht selten Schwindel) als Hinweis auf eine kleine Geschwulst. Ein Warnsignal für den Arzt ist jeder, vor allem der einseitige Hörverlust. Meist entsteht als Erstsymptom eine progrediente Hörbeeinträchtigung auf der erkrankten Seite, vielfach kombiniert mit einem Ohrensausen (Tinnitus). In manchenFällen kann der Hörverlust aber auch plötzlich, ähnlich wie beim akuten Hörsturz auftreten. Zu einem recht geringen Prozentsatz treten Fluktuationen des Hörvermögens, wie beim Morbus Menière, auf. Bemerkenswert ist jedoch auch die Tatsache, dass viele Personen ihre Hörstörungen nicht wahrnehmen oder erst zufällig bemerken (z. B. beim Telefonieren, im Rahmen einer Routineuntersuchung). Es kann in seltenen Fällen auch vorkommen, dass kein subjektiver und auch kein objektiver Hörverlust, sondern nur ein Tinnitus und/oder Schwindel vorliegt. Über Schwindel als Erstsymptom klagen überraschenderweise recht wenige Patienten (15%). Dies kommt dadurch zustande, dass das Akustikusneurinom im allgemeinen sehr langsam wächst, dadurch kann es allmählich zu einer zentralen Kompensation der vestibulären Symptome kommen ohne nennenswertes subjektives Schwindelgefühl. Oft erst nach näherem Befragen geben die Erkrankten zu, ein geringes Unsicherheitsgefühl, insbesondere in der Dunkelheit oder nach raschen Körperbewegungen zu verspüren. Der Schwindel kommt oft erst nach einiger Zeit nach dem Erstsymptom (Hörverlust) hinzu. Dies kann dann der Auslöser sein, überhaupt den Arzt aufzusuchen. Im Laufe der Zeit (meist nach vielen Jahren) treten Spätsymptome als Hinweis für einen größeren Tumor auf, wie z. B. Nachbarsymptome von seiten anderer Hirnnerven, wie des Nervus trigeminus, des Nervus facialis oder Gleichgewichtsstörungen mit statischer oder dynamischer Ataxie, Kopfschmerzen, um einige Beispiele zu nennen. Für die Diagnostik ist die Audiologie (insbesondere Tonschwellenaudiogramm und Hirnstammaudiometrie bzw. BERA) und die Vestibularisprüfung (Lage- bzw. Lagerungsprüfung und kalorische Prüfung) von großer Wichtigkeit. Sollten diese Untersuchungen Hinweise auf das Vorliegen eines Akustikusneurinoms geben, so muss eine Kernspintomographie des Schädels vorgenommen werden, um letzte Gewissheit zu erhalten, ob tatsächlich ein Akustikusneurinom vorliegt. Eine Computertomographie ist heute nicht mehr Stand der Untersuchungstechnik, sie ist weitaus weniger aussagekräftig, da kleine Akustikusneurinome übersehen werden können. Das Akustikusneurinom ist glücklicherweise gutartig und wächst langsam, über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Erreicht es aber eine gewisse Größe, drückt es auf die Hirnstrukturen und muss entfernt werden. Solange das Akustikusneurinom klein ist, lässt es sich relativ gefahrlos (wenn auch in einer schwierigen Operation) entfernen. Neben den verschiedenen Operationsmöglichkeiten duch den HNO-Arzt oder den Neurochirurgen gibt es ein Verfahren, diese Tumoren durch eine spezielle Bestrahlungstechnik, die sog. stereotaktische Radiotherapie, genannt auch "gamma knife", zum Verschwinden zu bringen. Die Erfahrungen mit dieser Bestrahlungstechnik zeigen allerdings, dass die Operation weiterhin die Behandlung der Wahl darstellt. Das Ziel muss daher sein, das Akustikusneurinom frühzeitig zu finden. |
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